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Haltung und Fütterung

Kaninchen sind heute eine der populärsten Heimtierarten. Sie sind sehr ruhig - ideale Streicheltiere. Vorteilhaft ist ihre einfache Haltung. Das robuste Kaninchen kann auch in passenden Außenstallungen leben. Die Anschaffungs- und Haltungskosten sind niedrig.
In Freiheit leben Kaninchen in Gruppen mit straffer Hierarchie. Die Haltung von mehreren Hauskaninchen ist daher nicht ganz unproblematisch. Zwei unkastrierte Rammler gemeinsam zu halten, ist gänzlich unmöglich. Auch unter kastrierten Rammlern und Häsinnen gibt es hin und wieder Machtkämpfe.
Ein Kaninchenkäfig ist mindestens 90 cm breit, 60 cm tief und 60 cm hoch, für große Rassen (z.B. "Deutsche Riesen") sollte er größer sein. Als Einstreu können Stroh, gepresste Weichholzspäne oder Heu dienen, wobei die Bodenschicht ca. 5 cm betragen sollte. Empfehlenswert ist eine Kombination von Weichholzspänen als Unterschicht (saugt den Urin auf) und Heu als obere Lage. Eine Rückzugmöglichkeit sollte vorhanden sein. Der Käfig ist mindestens einmal wöchentlich zu reinigen. In den Käfig gehören ein Futternapf (am besten aus Steingut), eine Nippeltränke, eine Heuraufe und ein Stück Hartholz oder Nagerstein zum Zähneschleifen. Für die Innenhaltung empfiehlt sich eine Toilettenschale (wie im Handel üblich, eine Ecktoilette).
Das Kaninchen kommt zwar aus dem Süden, ist aber sehr hitzeempfindlich. Die optimale Umgebungstemperatur für Kaninchen wird mit 18°C angegeben. Temperaturen über 25°C machen dem Kaninchen schwer zu schaffen. Die Tiere sollten vor Zugluft und Nässe geschützt sein.Ein Außenstall braucht keine Heizung, aber er muss absolut gegen feuchte Witterung geschützt sein. In den Sommermonaten sollte dem Kaninchen in einem geeigneten Gehege die Möglichkeit zum Weideauslauf im Garten geboten werden. Im Gehege sollte für das Kaninchen ein schattiges Versteck müglich sein.

In der Regel werden Heimkaninchen mit Fertigfutter, Grünfutter, Wurzelfrüchten und ein wenig Heu gefüttert. Zu beachten ist, dass der Nährstoffanteil nicht zu hoch ist. Der Rohfaseranteil muss hoch genug sein, um Verdauungsproblemen und Verfettung vorzubeugen. Im extrem großen Blinddarm, der bis zu ein Drittel des Bauchraumes ausfüllt, erfolgt der mikrobielle Aufschluss der Rohfaser. Der aufgeschlossene Nahrungsbrei ist sehr vitaminreich. Um diesen besser auszunutzen, frisst das Kaninchen seinen Blinddarmstuhl (Kopophragie), die kleinen, hellen und weichen Kotkugeln, direkt vom After. Die Reste des Kots finden sich gelegentlich im Stall. Diese sind aber nicht mit Durchfall zu verwechseln.

 

Tierärztliche Klinik für Kleintiere Stolpen
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